
Wie schafft es ein lokales Geschäft mit 15.000 Followern auf Instagram, in einem Video auf dem YouTube-Kanal von New York Times Cooking aufzutauchen?
Metricooler, diese Woche ist mir ein Video zu Fonty’s Deli + Dukaan aufgefallen – ein Restaurant im West Village in New York, über das gerade alle sprechen. Also haben wir einen Blick auf ihre Social-Media-Profile geworfen.
Im Video sagen mehrere Gäste, dass sie den Laden über soziale Netzwerke entdeckt haben. Genau da steckt die Antwort – und die Erkenntnis.

Fonty’s Deli in Zahlen
Instagram
15,6 K Follower
Ø 28 K Aufrufe pro Reel
Ø 200 Interaktionen pro Beitrag
TikTok
359 Follower
Ø 5 K Aufrufe pro Beitrag
Ø 100 Interaktionen im Schnitt
Mit diesen Zahlen stellt sich nicht mehr die Frage, wie sie im NYT gelandet sind, sondern wie sie es schaffen, auf Instagram fast 2 Aufrufe pro Follower zu erzielen – und auf TikTok sogar 13.
Das kommt nicht von ungefähr – dahinter steckt eine klare Strategie.
Dein Viertel > die FYP
Fonty’s nutzt weder #FYP noch #viral in seinen Posts. Auf TikTok setzen sie auf lokale Hashtags (#NYC, #IndianFoodNYC) und Captions, die ihre Gerichte präzise beschreiben. Ihr erfolgreichstes Video hat einfach „BOMBAY SANDWICHES IN NEW YORK CITY“ im Bild stehen.
Auf Instagram verzichten sie komplett auf Hashtags, bleiben aber bei ihrer Strategie: immer wieder die gleichen Keywords – New York, West Village, naanini, sandwich. Nur der Ton ändert sich. Die Captions sind etwas poetischer – fast so, als würden sie die Sandwiches wie Charaktere beschreiben.
Der Fokus ist auf beiden Plattformen derselbe: lokal sichtbar werden. Nicht überall, sondern in New York. Und genau da hat man sie gefunden.
Was kannst du daraus lernen?
Du musst nicht überall sichtbar sein – es reicht, wenn dich die richtigen Leute finden. Lege fest, wofür du stehen willst, bleibe bei deinen Keywords und nutze den lokalen Fokus für dich.
Plattformen wie TikTok pushen lokale Inhalte immer stärker, zum Beispiel mit Feeds wie „Nearby“, in denen Nutzer gezielt Geschäfte in ihrer Umgebung entdecken.
Stories sind entscheidend
Fonty’s teilt täglich die Erwähnungen seiner Kunden in den Stories – und lässt die Community für sich sprechen. Ein Klassiker, der dir fast automatisch frischen Content liefert.
Den Unterschied machen aber die Story-Highlights.
Jedes Highlight dreht sich um eines ihrer Sandwiches. Und statt perfekt inszenierter Bilder siehst du echte Posts von Kunden, die genau dieses Sandwich in der Hand halten. So zeigen sie ihr Produkt, wie es wirklich ist – und bauen gleichzeitig Nähe zur Community auf.
Die Botschaft ist ziemlich klar: Wenn du das Sandwich probierst und es in deinen Stories teilst, landest du wahrscheinlich auch bei ihnen im Profil.
Und ganz nebenbei: Nach 36 Videos vom gleichen Sandwich bekommst du ziemlich sicher Hunger. Besser erst nach dem Essen anschauen 🤤

Was heißt das konkret für dich?
Stories sind nicht dafür da, den Reel von gestern nochmal zu teilen. Sie sind dein direktester Kanal, um Nähe aufzubauen – und dein Produkt durch echte Menschen zu zeigen, die es schon nutzen.
Hier sind ein paar Ressourcen, damit du deine Stories gezielter einsetzt:
→ Guide für deine Stories: Mehr Strategie, weniger Sticker
→ Plane deine Stories (und deinen gesamten Content) mit Metricool
→ Instagram-Stories-Masterclass von der Metricool University
Lass andere für dich sprechen
Was Fonty’s wirklich voranbringt, ist nicht das, was sie selbst posten – sondern das, was andere über sie teilen.
Ja, auch Influencer und Creator spielen eine Rolle. Aber genauso wichtig sind ganz normale Gäste. Genau da liegt der Schlüssel zum Erfolg von Fonty’s Deli.
Wenn deine Kunden dein Geschäft zeigen, wirkt das anders als jede Werbung. Es entsteht Vertrauen, das du selbst kaum aufbauen kannst: 80 % der Verbraucher vertrauen Inhalten von anderen Nutzern mehr als klassischer Werbung.

Um den echten Impact zu verstehen, haben wir ein Social Listening gemacht und ihre Erwähnungen auf TikTok und Instagram analysiert. Die Ergebnisse sprechen für sich: über 100.000 Aufrufe auf TikTok, mehr als 1.000 Shares und eine Engagement-Rate von 5,79 %.
Auf Instagram hat User Generated Content allein mit Posts über ihre Sandwiches Millionen von Aufrufen erreicht.
Aber es geht nicht nur um die Zahlen. Entscheidend ist auch, wer über sie spricht. Und da zeigt sich ein klares Muster: Food-Content, kultureller Bezug zu Indien, lokale Zielgruppe in New York.
Sie haben nicht auf Masse gesetzt, sondern darauf, die richtigen Leute zu erreichen.
Einige dieser Profile haben zwar eine größere Reichweite, deshalb lässt sich nicht immer sagen, ob die Zusammenarbeit organisch oder bezahlt war. Der Ansatz bleibt aber gleich: Creator, die die richtige Zielgruppe erreichen – nicht einfach die größte.
Was heißt das konkret für dich?
Finde die Personen in deiner Community, die ohnehin über Produkte wie deins sprechen – und mach es ihnen leicht, auch über dich zu reden.
Du brauchst kein großes Influencer-Budget. Du brauchst ein gutes Gespür dafür, wer wirklich zu dir passt.
Es gibt auch Marketing außerhalb der sozialen Netzwerke
Fonty’s hat sich nicht nur auf soziale Netzwerke verlassen. Noch bevor der NYT angeklopft hat, waren sie bereits in lokalen Medien und Food-Portalen aus New York präsent – zum Beispiel bei Hell Gate NY, Eat This NY, The Infatuation, ABC7NY, Grub Street.

Diese Erwähnungen bringen oft mehr, als man denkt:
• Jede Erwähnung sorgt für mehr Sichtbarkeit – und das summiert sich
• Sie machen dich glaubwürdiger
• Die Inhalte landen meist nicht nur auf der Website, sondern auch in sozialen Netzwerken
• Creator und potenzielle Kunden stoßen genau über solche Beiträge auf dich
Was heißt das konkret für dich?
Geh nicht auf das größte Medium, sondern auf das, das wirklich zu dir passt. Ein kleiner, lokaler Food-Blog bringt dir oft mehr als ein großes Medium mit Millionen Lesern, die gar nicht deine Kunden sind.
Mach es den Redaktionen so einfach wie möglich. Fonty’s hat dafür die perfekte Story: ein Deli mit indischen Wurzeln in New York. Das versteht jeder sofort.
Überleg dir, was deine Geschichte ist – und gib sie direkt mit: wo du herkommst, was dich besonders macht und, wenn möglich, eine Einladung, damit sie es selbst ausprobieren können. Je weniger Aufwand sie haben, desto eher schreiben sie über dich.
In der Vielfalt liegt der Schlüssel
Ein eigenes Geschäft aufzubauen ist schon Herausforderung genug. Wenn dann noch soziale Netzwerke dazukommen, wird es schnell komplex. Es reicht nicht, überall präsent zu sein – du brauchst Ideen, musst neue Zielgruppen erreichen und dich von anderen abheben.
Ein Blick auf ihre Instagram-Posts zeigt: 39 % sind Karussells, 36 % Reels und 25 % einzelne Bilder.
Jedes Format hat dabei seine klare Rolle:
Karussells eignen sich perfekt, um Produkte aus verschiedenen Perspektiven zu zeigen, Events abzubilden oder Presse zu teilen. (Ø 257 Interaktionen)
Reels sind unschlagbar für Küchenvideos oder Kooperationen mit Creatorn. (Ø 248 K Aufrufe)
Einzelbilder funktionieren gut, wenn du dein Angebot schnell und direkt zeigen willst. (Ø 860 Interaktionen)

Was heißt das konkret für dich?
Zeige denselben Inhalt ruhig mehrmals – aber in unterschiedlichen Formaten. Die Daten zeigen dir schnell, welches Format für welche Botschaft am besten funktioniert.
Der Account
Fonty’s Deli hat kein riesiges Marketingbudget und auch keine 500.000 Follower. Was sie haben, ist ein klarer Plan. Sie wissen, wen sie erreichen wollen, erstellen Content, den ihre Community gern teilt, und haben ein System aufgebaut, in dem alles ineinandergreift.
Der NYT war nicht der Anfang – sondern das Ergebnis einer gut durchdachten Strategie.
Und genau das ist auch für andere lokale Businesses drin. Mit ähnlichen Tools und Ressourcen, solange man es strategisch angeht.
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PS
OpenAI hat eine neue Funktion gestartet, mit der du Bilder und Designs direkt in ChatGPT erstellen kannst – und klar, die sozialen Netzwerke waren sofort voll mit den ersten Ergebnissen.
Aber in einer Welt, in der es so wirkt, als würde KI alles übernehmen, wird genau das Menschliche wieder zum echten Differenzierungsfaktor.
Einige Fußballvereine gehen sogar bewusst dagegen an. Borussia Dortmund zum Beispiel mit „Versuch das mal nachzumachen, Roboter“. Oder Augsburg mit „Keine Sorge, KI wird unsere Designer nicht ersetzen“.
Und auch Apple hat ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie eine ihrer letzten Kampagnen entstanden ist – mit Fokus auf den manuellen, handwerklichen Teil des Prozesses.
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